Nockspitze alias Saile (2.404 m)

Gehzeit: 1 – 4 h
Höhenmeter: 400  – 1.520
Expedition: NW, N, SO
Lawinengefahr: mittel / hoch
Ausgangspunkt: abhänging vom Umfang der Oberschenkel (Parkplatz Bergbahnen Mutterer Alm oder Axamer Lizum

Um dem Wochenendwahnsinn in den Skigebieten rund um Innsbruck halbwegs aus dem Weg zu gehen und trotzdem den vor drei Tagen gefallenen Schnee genießen zu können, wurde die Nockspitze gleich zweimal hintereinander in Angriff genommen. Je nach Bewegungsdrang, kann man an diesen Berg mit mehr (1520 Höhenmeter, ab Mutters) oder weniger (400 Höhenmeter, ab Bergstation Birgitz-Köpfl Sessellift) schweren Oberschenkeln erreichen. Wir entschlossen uns nach einem Tag am Arlberg,  der uns die nächsten Tage noch deutlich in den Knochen steckte, für die gemütliche Variante.
Der Aufstieg erfolgt über die immer steiler werdende Mayr-Rinne. Von der Spitzkehren-Technik sollte man zumindest schon mal gehört haben, praktische Erfahrung darin ist  aber eindeutig von Vorteil. Je nachdem wie der Wind gewütet hat, ist es am Kamm unter Umständen erforderlich die Bretter zu tragen. Anschließend haltet man sich links und folgt dem Rücken bis zum Gipfel.

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Für die Abfahrt gibt es mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Sowohl die Aufstiegsvariante, als auch die Abfahrt über das sogenannte Leintuch auf der Südseite, und eine der engen und steilen nordseitigen Rinnen bieten sich an.

P1030858Eine wunderbare Tour, bei der man innerhalb von ein paar Stunden wieder dort ankommt, wo man gestartet ist – im Bett!

Informant Lo.La für Freerider in Fieberbrunn

Lo.La rennt nicht, Lo.La verführt nicht – Lo.La gibt Insiderwissen preis. Jeden Tag aufs Neue, aktuell und detailliert. Mit diesem Wissen kann man sogar eher der Versuchung widerstehen, der Versuchung des Powders. Lokaler Lawinenlagebericht ist das Zauberwort und genutzt wird er seit der Saison 2014/15 erst- und einmalig in Fieberbrunn, um die Freeridebegeisterten zur exakten Situation der Lawinenlage im Skigebiet zu informieren. Jeden Morgen zwischen sieben und neun Uhr findet Ihr den detaillierten lokalen Lawinenlagebericht auf der Webseite der Bergbahnen Fieberbrunn 
www.bergbahnen-fieberbrunn.at  
> Wetter und Lawineninfo

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Freeride Checkroom an der Talstation der Streuböden-Gondel

 

Zusätzlich ist dort auch der amtliche Lagebericht von Tirol zu sehen, auf dem das neue System Lo.La basiert. Der riesige Vorteil von Lo.La: Es ermöglicht den Experten vor Ort auf die lokalen Gegebenheiten einzugehen und einen Lawinenlagebericht für das Skigebiet Fieberbrunn zu erstellen. Gemeinsam mit der örtlichen Lawinenkommission wird er jeden Morgen noch während dem Check im Gebiet per Tablet erstellt und gleich auf der Seite veröffentlicht. Also nutzt das Leute! Holt Euch die wertvollen Informationen vor einer Tour oder bevor Ihr im Gebiet Freeriden geht.

Local Tipps von Chris

Chris Fuschlberger, Fieberbrunner Snowboardpro und Geschäftsführer des Freeride Portals www.linehunters.com zeigt uns Routen im ungesicherten Gelände, die mit den Bergahnen erreichbar sind. Voraussetzung: Lo.La Check und die komplette Notfallausrüstung. Wer auf Nummer Sicher gehen will, lässt sich ebenfalls die besten Spots von einem örtlichen Freeride Guide zeigen. Der weiß auch, was bei den jeweiligen Schneebedingungen geht. Zum Beispiel mit den Freeride Experts von S4, ab 60 Euro. Reservierung und auch Materialverleih bei S4 Snowsports Fieberbrunn, direkt an der Talstation.

1) Wildseeloderrunde – Guide empfohlen!
Hier kommt man dem Wettkampfberg der Freeride World Tour ganz nah.
Start: Bergstation Hochhörndl Sessellift linker Hand um den Berg „Henne“ bis zum Wildseeloderhaus. Nach rechts Richtung Berg „Marokka“ queren und der klassischen Route in die erste Rinne folgen, dann zurück zur schwarzen Reckmoos Gondel.
Vorsicht bei wenig Schnee: Sharks, tückische Felsen unter der Schneedecke. Nach dem Wildseeloderhaus unbedingt nach rechts queren, da man sonst in ein Felsband geraten kann.

2) Reckmoos Süd

Start: Unterhalb der Hochhörndler Hütte links neben der Piste 12 abfahren bis zur Talstation der gelben Reckmoos Süd Gondel.
Vorsicht: Steinbruch! Nicht zu weit links fahren und auf Schilder achten.

3) Rabenkopf/Reckmoos

Start: Reckmoosgondel Bergstation, ein kurzes Stück die Piste Nr. 10 fahren und dann unter dem Rabenkopf nach rechts ins Gelände traversieren Richtung Lärchenwald. Nicht zu früh einsteigen, wo noch Latschen sind sondern erst unter dem Liftpfeiler und den Felsen. Dann parallel zur Piste durch den Lerchenwald zurück zur schwarzen Reckmoos Gondel.

4) Lärchfilzkogel
Waldabfahrt als gute Alternative bei mäßiger Sicht.
Start: Bergstation Lärchfilzkogel rechts durch den Wald und über den Forstweg zurück zur Mittelstation bzw. Gasthof Wildalpgatterl.
Vorsicht: Es gilt immer zu beachten, dass unten der Weg vorbei führt und eine Lawine nicht nur einen selber sonder auch andere gefährden würde!

alle Fotos: Eliane Droemer

ISPO Neuheiten Splitboards 2016

Neues von Spark Bindings, Rossignol, SP…abgefahrene neue Shapes zum Powsurfen…Flutlichtlampe für den Kopf…

Wir haben uns auf der ISPO im Februar 2015 umgesehen, was nächsten Winter auf den Markt kommt. Ein paar optische Eindrücke findet Ihr in unserem

Facebook Album Splitboards Europe @ ISPO 2015

Und hier seht Ihr die Funktionsweise von der neuen Kombi Rossignol in Kooperation mit der neuen Splitboard-Bindung Plum  https://vimeo.com/user37741319

Was ziehe ich zum Splitboarden an??

Diese Frage stellen sich nicht nur Frauen und sie ist ausnahmsweise wirklich einmal von großer Bedeutung. Denn wie Ihr wahrscheinlich schon gemerkt habt, sind die Ansprüche an die Kleidung beim Aufstieg komplett anders als die bei der Abfahrt. Und wenn man mit dem Splitboarden, sprich Tourengehen beginnt, kommt man nicht umhin, seine „Zwiebellagen“ zu durchdenken. Schließlich ist schweissnasse Haut bei Wind am Berg nicht nur unangenehm sondern kann auch krank machen.

Regel Nummer 1: Beim Aufstieg ist weniger gleich mehr. Ich persönlich trage bei durchschnittlichen Temperaturen zum Aufstieg nur den 1st Layer und darüber gegen Wind und womöglich Niederschlag eine ungefütterte Hardshelljacke und -hose.

Was gehört nicht ins Bild? Richtig, Pelz!

Bekleidung zum Splitboarden

1 First Layer – wird direkt auf der Haut getragen und sollte dementsprechend gut Feuchtigkeit transportieren können. Baumwolle kommt hierfür absolut nicht in Frage. Meine Favouriten: eine Mischung aus hochwertigem Polyamid/Elastan-Mix und Merino – so habe ich Funktion UND Tragekomfort. Optional kann man auch noch einen zweiten 1st Layer einpacken, um am Gipfel zu wechseln. Luxuriös ist natürlich, wenn wie hier beim Falke Shirt auch noch die Nähte möglichst flach und so nicht beim Tragen des Rucksacks spürbar sind. AKTION! Ab heute sind die qualitativen Rewoolution First Layer für 2 Wochen lang um 25% reduziert – zuschlagen beim hohen Tragekomfort!

2 Skiunterhose – ist Geschmackssache bzw. „Friersache“. Manch einer wird wohl unter der Hardshell- oder Softshellhose keine First Layer-Hose tragen. Aber wenn, dann sollte sie nur 3/4 lang sein, so dass im Snowboardschuh nicht Socken und Skiunterhose stecken und Druckstellen verursachen.

3 Snowboardhose aus Hard- oder Softshellmaterial. Auf jeden Fall sollte sie mit Ventilationsreißverschlüssen versehen und nicht gefüttert sein. Hosenträger bzw. Bib sind im Powder natürlich praktisch.

4 Skisocken – ein low interest product ? mitnichten! Jeder kann über seine Füße ein Lied singen und so genau man inzwischen seine Boots aussucht, so genau lohnt es sich, auch die Socken auszuwählen. Auch wenn selbst Aldi inzwischen die Kennzeichnung für linke und rechte Socke übernommen hat – es bestehen außer dem Preis weitere Unterschiede zum Original von Falke, deren Socken die anatomische Kennzeichnung verdienen. Sie sind genau richtig eng und lang, weisen die exakte Stärke an den verschiedenen Stellen auf, rutschen nicht und halten doppelt so lange wie die in Billiglohnländern produzierten – so, und übrigens produziert das deutsche Familienunternehmen Falke ausschließlich in Europa. Ja, das ist Werbung und dazu stehe ich.

5 Feste Handschuhe für die Abfahrt. Eben die normalen Snowboardhandschuhe.

6 leichte Handschuhe für den Aufstieg.

7 Die Hardshell-Jacke – eine Wissenschaft für sich. Ob das wie bei Norrona den Preis eines Kleinwagens rechtfertigt, ist fraglich. Es geht sicher auch anders aber damit der Oberkörper warm und trocken wieder im Tal ankommt sind diese Produktmerkmale essentiell:
– atmungsaktiv, wasser- und winddicht, höchstens dünn gefüttert, Lüftungsreißverschlüsse, verstellbare Kapuze – am besten Helmkompatibel

8 Isolationsjacke. Lieber mit Primaloft-Fütterung oder ähnlichem als mit Daune, wegen besserem Feuchtigkeitstransport. Kleines Packmaß ist super, da sie beim Aufstieg in der Regel im Rucksack ist.

9 Variables Tuch, dass als Hals- oder Kopftuch benutzt werden kann. Mütze ist mir meist zu warm.

10 last but not least ein 2nd Layer, also eine zweite Lage, die zwischen 1st Layer und Isolationsjacke kommt, wenns kälter ist. Kann aus Fleece, Merino oder anderen wärmenden Materialien sein.

Habt Ihr noch Tipps? Immer her damit!

Mein Name ist Splitboard…. Mr. Splitboard

ok ok, beim Bond-Dreh in Sölden waren wir nicht dabei, dafür wurde bei den Dreharbeiten mit dem MDR das Splitboarden zum zentralen Thema der Sendung „Einfach genial“. Simon Graf als Splitboard-Pionier, führte Moderator Matze theortisch und praktisch ans Splitboarden heran, so dass in dem Beitrag das ganze Procedere samt Umbau zu sehen ist.

Dafür waren wir im Januar 2015 mit der gesamten Crew einen Tag lang am Brauneck bei Lenggries:

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So interessant für die MDR Crew das Splitboard war, so interessant war für uns die Drohnenkamera, die als zweite Kamera diente. Wenn „Drohni“ von Ludwig Lehner gekonnt über die Köpfe der Skifahrer und Snowboarder geführt wurde, hörte sich das wie ein Bienenschwarm an, was natürlich für einige Aufmerksamkeit im Skigebiet sorgte. Trotz oder wegen 2 Kameras war der Zeitplan ganz schön straff, da jedes Element des Snowboard-Tourengehens gezeigt und von Simon erklärt werden sollte. Hier kam ihm seine Erfahrung aus über 100 geleiteten Splitboard-Camps zugute und geduldig wiederholte er immer wieder für jede Kamereinstellung die einzelnen Schritte.

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Als am Ende des Tages nicht nur alle Bilder im Kasten waren, sondern auch die Sonne rauskam, zeigte sich das RedaktionsTeam vom MDR schwer begeistert über die „einfach geniale“ Erfindung der Splitboards und die tollen Bilder aus den Bergen.

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Wir finden: ein gelungener, informativer Beitrag zum Thema Splitboarden!!

Erstausstrahlung war am 10.02.2015 im MDR und
hier könnt Ihr ein Jahr lang noch den Splitboardfilm sehen:

http://www.mdr.de/einfach-genial/video251690.html

 

Splitboard-Tour Wankspitze, 2209 m

Gehzeit: 2 – 2,5 h
Höhenmeter: 1092
Exposition: S, SW
Lawinengefahr: beim Aufstieg gering
Ausgangsunkt: Gasthof Arzkasten (1151 m) am Holzleitensattel / Mieminger Plateau

Als Kontrast zum drohenden Arbeitsmontag noch ein kleines Resume unseres Erlebten vom Samstag (07.02.2015).
Der Entscheidungsprozess begann schon am Freitag Abend. Es stellte sich natürlich wie immer die Frage wohin man seine, von der Arbeitswoche geplagten Füße hinschleifen wird, um möglichst viel des allseits geliebten „SweetPows“ zu erwischen.
Da die Lawinensituation jedoch nach wie vor als prekär einzustufen war, beschlossen wir vorerst keine mega Tour an zu starten. Da die Region um unsere Homebase Innsbruck jedoch schon ziemlich von unseren Powder-Mitstreitern „abegegrast“  erschien, beschlossen wir uns mal ein wenig in Richtung der westlichen Nordalpen umzusehen. Diese Region hatte ja schon einige Male an einem kleinen Südstau mitgenascht.
Wir entschieden uns dann für eine Tour auf die Wankspitze, da diese auch bei angespannterer Lawinensituation noch gut befahrbar war. Zusätzlich verlockend war dort, dass man sich am Gipfel noch entscheiden konnte, welche Abfahrt man wählen möchte. Einerseits konnte man die sichere Abfahrt über den Aufstiegsrücken wählen und andererseits konnte man die Westflanke nach einer kleinen Kletterpartie befahren. Die „Mieminger“ nannten diese Abfahrt liebevoll schlichtweg „Hölle“.
Auf am frühen Morgen, rein ins Auto und ab zum Mieminger Plateau. Am Parkplatz beim Gasthof Arzkasten starteten wir los und zum Erstaunen stellten wir fest, dass bei unserer, doch recht stattlich herangewachsenen Gruppe von 8 Leuten, nur 2 Skifahrer dabei waren. An Splitboard Material war hier alles dabei. Von Spark R&D über SP  bis Voilé  Bindung und Interface. Die Boards waren von Prior und Jones. Jedoch einer der Gruppe feierte die Renaissance seines alten Freerideboards. Dieses wurde unters Skalpell, pardon Kreissäge gelegt und somit in Form eines Splitboards reinkarniert. Was es nicht alles gibt 😉

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Der Aufstieg begann durch lieblich kupiertes Gelände vorbei an üppig winterlich, mit Schnee dekorierten Bäumen. Der Wetterbericht hatte eigentlich vorhergesagt, dass sich der Nebel im Laufe des Vormittags auflösen sollte, jedoch davon war noch weit und breit keine Spur. Erst als wir die Baumgrenze erreichten, „lichtet“ sich der Nebel und die ersten wärmenden Strahlen funkelten durch.
Nach ein paar Höhenmetern mehr eröffnete sich ein gewaltiges Panorama über das Inntal. Das Tal versank unter einer grauen Nebeldecke. Die ersten spöttischen Meldungen über die Daheimgebliebenen in der Nebelsuppe gingen die Runde. Nach ca 2 Stunden und knapp 1100 Höhenmetern war der Aufstieg hinter uns und wir machten uns hungrig an die mitgebrachten Leckereien. Der eine klassisch mit Wurstbrot – der andere protzig mit mediterranen eingerolltem Omelette vom Vorabend…

IMG_3620Fast eine halbe Stunde später erreichte das letzte Splitboarder Grüppchen den Gipfel. Schnell fanden diese natürlich Rechtfertigungen warum deren Aufstieg so lange dauerte. Lag natürlich alles am Material und nicht an der Kondition… der Schuldige war natürlich das schwere Voile Interface 😉
Nach der Stärkung begann die Beratung in der Gruppe über die Abfahrt. Sollten wir die Aufstiegsspur wählen oder uns in die „Hölle“ wagen? Eine andere Gruppe vor uns schien diese Entscheidung jedoch schon getroffen zu haben. Es befanden sich bereits einige Spuren im Westhang. Nur ein Teil von uns beschloss dann den Abstieg in die Rinne zum Westhang zu bestreiten. Schnell war der Name „Hölle“ auch erklärt. Eine kleine Kletterprüfung musste absolviert werden um zur gewünschten Abfahrt zu gelangen. Ein wenig Geschick und Schwindelfreiheit war hier schon gefordert.
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Danach rein in die Bindung und einzeln abfahren. Die Abfahrt war anfangs noch ein wenig eng aber nach ca 50 m öffnete sich die Rinne und ein wunderbares Feld öffnete sich.
Wenige Schwünge, hoher Speed, ein paar Pow-Sprays, ein obligater „Wihaaaww!!“-Schrei und schon ist man unten. Dafür sollen die 2 Stunden Aufstieg und die Kletterpartie gewesen sein? Der permanente Smile im Gesicht bestätigte dies jedoch.

IMG_3629JA, es ist es absolut wert!

DAV Beginner/Splitboard Test Camp 16.-18.1.2015

Von Grün zu Weiß … und topless in Down Under!
Geschichten, die das Leben schreibt.

Grün war es noch rund ums Hüttle, als die DAV-Mitglieder am Freitagnachmittag anreisten. Der letzte Föhn hatte wirklich ganze Sache gemacht und im Tal nichts vom Schnee übrig gelassen. Etwas „unwinterlich“ sah es also aus … noch! Denn schon für die folgende Nacht hatten die Wetterfrösche einen Temperatursturz angekündigt. Und für den Samstag bis zu einem halben Meter Neuschnee obendrauf!

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Ok, ab 1800 Meter eh kein Thema, hier liegt mittlerweile genug Schnee. Trotzdem waren die bis dahin 10 cm Neuschnee auf den Autos vorm Hüttle am nächsten Morgen schon verdammt schön anzuschaun! Und es verhieß ein richtig guter Tourentag am Sonntag zu werden. Aber heute war erst mal Samstag: der Tag, an dem die Splitboards von den Camp-Teilnehmern im Skigebiet auf Herz und Nieren getestet werden. Niemand war ob der Vorfreude auf den Sonntag böse, den ganzen Tag in einem richtigen White-out fahren zu müssen.

Unsere Boards von Voilé, Prior, Venture, Burton und Arbor boten wieder genug Auswahlmöglichkeiten. Jeder fand bei den verschiedenen Shapes sein Lieblingsboard. Logisch, dass Samstagabend alle bei bester Laune waren. Zumal der Wetterbericht verprach, dass es noch bis 7 Uhr am Sonntagmorgen weiter schneien sollte. Trotzdem saß die Truppe am Abend noch lang zusammen. Geschichten werden zum Besten gegeben, die nur das Leben schreiben kann. Andi und Christina stellten z. B. fest, dass beide schon für mehrere Monate in Australien waren. Und Christina sorgte mit ihrer Story für echtes „Kopfkino“ bei den Jungs: Als ihr das Geld ausging, aber der Spaß an Koala, Känguru & Co. noch lange nicht, nahm sie kurzerhand einen Kellner-Job an. In einer „Oben-ohne“-Bar irgendwo im australischen Outback! … Brachte ihr 1000 $ die Woche und nach einem Monat war die Reisekasse wieder voll. 

Nach solchen Geschichten war der Sonntagmorgen dann doch leicht verkatert. Aber beim Anblick des Neuschnees waren alle sofort wieder hellwach und bester Laune. Lediglich der Lawinenlagebericht (LLB) bremste uns etwas ein: Warnstufe 3 galt für den heutigen Tag.
Wie an den Fotos zu sehen ist, haben wir dennoch das Bestmögliche rausgeholt.

Leute, es hat mir einen Riesen-Spaß gemacht mit euch!
Auf bald mal wieder am Hüttle, hoffe ich. Und dann bitte mehr Details zu Australien und so … 😉

Euer Team von Splitboards Europe
Simon mit Kadisha

Beginner Camp-Report 9.-11. Jan 2015: Schweizer Camp auf hohem Niveau

Das hat Seltenheitswert: fast nur Eidgenossen und fast 50 % Prozent Frauen!

Da wären uns doch fast die kürzeren Boards ausgegangen: mit vier weiblichen Teilnehmerinnen war das erste Beginner-Camp in 2015 ein toller Start ins neue Jahr. Denn so viele Frauen und obendrein noch eher „kleinere“ Männer sind selten im Camp dabei. Aber wir sitzen ja an der Quelle: Normalerweise haben wir im Schnitt 1,5 Splitboards pro Camp-Teilnehmer im Pool, so dass also genug Auswahl 20150111_125109vorhanden ist.

Dass diesmal die meisten Teilnehmer aus der Schweiz kamen, war auch eine Premiere. Natürlich eine sehr schöne! Durchweg wirklich gute Boarder sind an diesem Wochenende zu uns ins Montafon gekommen. Selten zuvor konnten wir mit der ganzen Gruppe so durchs Gebiet heizen – ohne jemanden zu verlieren.

Der Samstag war wieder für den Material-Test reserviert. Aber nicht nur für den: Am Grasjoch wurde gerade das neue PIEPS-LVS-Testfeld eröffnet. Bis zu vier Sender können zur Suche ausgewählt werden. Eine super Möglichkeit, sein Können im Umgang mit dem LVS zu schulen. Oder einfach zu erfahren, was es heißt, überhaupt mit einem LVS zu suchen. Die Ergebnisse waren breit gestreut: von zwei bis sechs Minuten Suche war alles dabei, bis der Sender im Schnee gefunden wurde.

Das Wetterglück vom Samstag blieb uns für den Sonntag leider nicht ganz treu. Nach Regen in der Nacht bis auf 1500 Meter hinauf der in starken Nassschneefall überging, wurden bei der geplanten Tour vor allem die Aufstiegsfelle an ihre Grenzen gebracht.

Geführt wurde die Tour von Andi, unserem neuen Guide im Team. Ein Boarder durch und durch – und obendrein noch österreichischer Tourenführer. Er fasste während der Tour prima zusammen, was am Freitag und Samstag schon in der Theorie gehört wurde.

Am Tagesziel angekommen riss dann doch noch der Himmel auf und die Sonne kam kurz durch. Da war es nicht ganz so schlimm, dass wir nicht bis ins Tal abfahren konnten, sondern die letzten 100 Höhenmeter über den Sommerweg absteigen mussten.

Ein großes Dankeschön an die super fitte und vor allem fahrstarke Truppe!
Es würde mich wirklich freuen, wenn ihr mal eine Ausbildungswoche bei und macht. Ihr könnt das! *Daumen hoch*

Euer Simon

Splitboard Camp-Report 4.-9. Jan 2015: DAV Grundkurs Winterbergsteigen

Jede Menge Schnee, mehr als lehrreich … und neue Berggesetze!

Unser erster DAV Grundkurs „Skibergsteigen mit dem Splitboard“ stand unter einem günstigen Stern: die Woche zuvor fiel im Montafon über 1 Meter Neuschnee! Der war auch dringend nötig, doch leider ging der Schneefall mit starkem Sturm einher. Windspitzen von über 80 km/h waren keine Seltenheit. Was das heißt, weiß jeder, der sich mal ein wenig mit Lawinenkunde beschäftigt hat. Somit waren alle Camp-Teilnehmer gespannt, wie sich dieser zweite ergiebige Schneefall der Saison 2014/15 auf die Lawinenlage ausgewirkt hat.20150106_135000-SMILE

Am Sonntag, dem 1. Camp-Tag, haben wir es nach der Anreise der Teilnehmer noch gemütlich angehen lassen. In erster Linie gilt der Tag dem Kennenlernen und es werden die Splitboards eingestellt. Wobei diesmal schon fast die Hälfte der Gruppe ihr eigenes Splitboard dabei hatte und nun etwas Neues in Sachen Splitboarden ausprobieren wollte – sehr gerne, dafür sind wir da! Oder wie Suse, die schon zum zweiten Mal teilgenommen hat, weil sie vom schönen Montafon und dem Hüttle einfach nicht genug bekommen kann.
Somit hatten wir wieder eine bunt gemischte Truppe beisammen: vom Splitboard-Einsteiger bis hin zum schon erfahrenen Tourenboarder.

Montags stand ein Tag im Skigebiet sowie grundlegende LVS-Praxis auf dem Plan. Wie fast schon zu erwarten, hatten alle mit ihren Splitboards auch auf der Piste viel Spaß. Auf der wir auch schön geblieben sind – denn für Ausflüge ins Gelände war die Lage einfach zu heikel, da es tags zuvor noch einmal geschneit hat.

Anschauliche Lawinenkunde
Dienstag ging es dann langsam ans Eingemachte: Zwar noch eine gemütliche Einsteigertour, jedoch genau richtig, um den DAV-Kursteilnehmern zu zeigen, dass es eine besondere Woche werden sollte. Bereits abgegangene Schneebretter wie aus dem Lehrbuch konnten umfangreich und aus sicherer Entfernung genau begutachtet und studiert werden. Selten hat der Lawinenlagebericht (LLB) so exakt die Gefahren beschrieben, welche wir dann auch am Berg genau so vorfinden konnten.

Dank Snowcard und kompromisslosem Verzicht konnten wir Spaß und Sicherheit gut unter einen Hut bringen. Wir erreichten zwar weniger die Gipfel, dafür aber sichere Umkehrpunkte, was der Laune und der Gaudi keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Die in der Tourenplanung erarbeiteten Entscheidungspunkte waren am Ende alle richtig erkannt und mussten nur noch umgesetzt werden. Eben wie im Lehrbuch. 🙂
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So ging es die Woche weiter: eine sichere Tourenauswahl war der Schlüssel zum sicheren Spaß. Allen Kursteilnehmern wurden die Grenzen deutlich aufgezeigt und wir haben für die Zukunft eine solide Grundlage gelegt. Der Verzicht auf die ein oder andere verlockende Abfahrt fiel am Ende keinem schwer, weil verstanden wurde, warum die Entscheidungen so gefällt werden mussten. Und außerdem: alles wurde ja sowieso vom bestellten, strahlenden Sonnenschein versüßt.

Vielen lieben Dank an eine tolle Gruppe! Und vor allem an die zwei Mädels, die alle Macho-Sprüche ab 1500 Meter Höhe locker weggesteckt haben. Denn ab 1500 Meter darf man sagen, was man denkt. Das ist Berggesetz! (Frei nach Simon Graf.)

Danke für die schönen Tage mit euch!
Euer Simon

Bomben, Notraketen und die Belagerung des Hohen Burgstalls

Unsere multikulturelle Gruppe beschloss heute den Hohen Burgstall in den nördlichen Stubaier Alpen in Angriff zu nehmen. Bereits beim Ausstieg aus der Gondel stachen zwei große Abgänge unter der Schlicker Scharte ins Auge. Auch unter dem Burgstall war ein beachtlicher Rutsch zu sehen.

Sprenghelikopter beim Befüllen der Sprenganlagen
Sprenghelikopter beim Befüllen der Sprenganlagen

Nach aufkommenden Zweifeln über die Durchführbarkeit unseres Vorhabens, startete der rote Sprenghelikopter vom Sennjoch in Richtung Kalkkögel.

Damit wurde unsere Vermutung bestätigt, dass es sich bei den Abgängen nicht um Selbstauslösungen, sondern gezielte Sprengungen handelte. Wir beschlossen uns das Ganze aus der Nähe anzusehen um uns ein Bild von der Situation zu machen. Wir – das waren an diesem Tag sieben motivierte Freerider aus 6 Ländern (Paya, Iza, Auri, Andreas, Björn, Jörg und Sören)- ausgerüstet mit Ski und Prior Splitboards. Nach dem Lokalaugenschein entschieden wir uns entlang des vorgespurten Rückens aufzusteigen. Die ersten Höhenmeter wurden zügig zurückgelegt.

Auf halbem Weg lies uns ein lautes Rauschen aufschrecken und wir erspähten eine abgeschossene Notrakete über der Riepenwand. Kurz darauf flog der Christophorus Hubschrauber über unseren Köpfen hinweg auf offensichtlicher Suchmission. Dies veranlasste einige Gruppenmitglieder den Aufstieg abzubrechen und wieder in das Skigebiet zurückzukehren um genauere Informationen einzuholen.
Nun auf 2 Mann des Team SPLIT reduziert stiegen wir rasch Richtung Niederer Burgstall auf um schnell das kritischste Stück des Hanges hinter uns zu bringen.

Von der Scharte aus sahen wir drei weitere Skitourengeher die gerade vom Hohen Burgstall abstiegen und sich für die Abfahrt bereit machten. Nach einigen steilen Spitzkehren, hatten auch wir das Skidepot erreicht. Der Aufstieg durch die enge Rinne brachte uns zum Gipfelkreuz des Hohen Burgstalls, den wir somit erfolgreich belagerten. Wir blickten etwas skeptisch der schnell zuziehenden Wolkendecke entgegen und beschlossen die negativen Höhenmeter gleich in Angriff zu nehmen. Von oben einigten wir uns auf eine Abfahrt durch eine steile Rinne in der Mitte des Hanges mit anschließender Abfahrt über den Rücken.

Wieder beim Skidepot angelangt hatten wir Glück da sich die Sicht nun leicht besserte. Schnell rein in die Voile Splitboardbindung und ab ins Vergnügen. Der Schnee war überraschend pulvrig, hatte eine gute Basis und wir konnten noch unverspurtes Gelände und einen Drop für uns beanspruchen. Leider waren die Lichtverhältnisse und das Kameraequipment heute nur von mäßiger Qualität, wodurch die schönen Abfahrtsbedingungen nicht gut wiedergegeben werden.

Fazit: Nordseitig auch in den Kalkkögeln schon eine durchaus akzeptable Schneebasis. Die Burgställe sind wirklich kein Geheimtipp, aber ermöglichen an Tagen wie diesen durchaus unverspurte Abfahrten. Jedoch darf man die momentan kritische Lawinensituation nicht unterschätzen, was die zahlreichen Warnzeichen an diesem Tag, sowie die unzähligen Lawinenereignisse im Blog des LWD, wieder einmal unterstrichen. Bei viel sichereren Verhältnissen ist die Rinne beim Grat zum Niederen Burgstall ein richtiges Schmankerl.

www.team-split.com