Steilabfahrt in der NW-Flanke des Granatenkogel

Tour Facts:
Ausgangsort: Obergurgl
Ausganspunkt: Bergstation Plattachbahn
Aufstieg: 800Hm; Abfahrt: 1750Hm
Dauer: ca. 5h
Heute ging es ins hinterste Ötztal um einen Kampf weiterzuführen der bereits vor einigen Jahren begonnen hatte. Die Rede ist von der Besteigung des Granatenkogels, einem 3318m hohen Klotz der mit seiner extrem steilen Nordwestflanke Freerider-Herzen höher schlagen lässt. Nachdem vor 2 Jahren die Besteigung nach Schlechtwettereinbruch am Grat scheiterte, wurden diesmal bessere Bedingungen gewählt: 12 satte Sonnenstunden und blauer Himmel über Tirol, perfektes Wetter also für das Projekt.
Um 8:45Uhr konnten wir bereits vor offiziellem Betriebsbeginn in die erste Gondel in Obergurgl einsteigen, um dann mittels der Plattachbahn unter den Gipfel des Festkogels zu gelangen. Hier bieten sich nun zwei Möglichkeiten zum Aufstieg: Entweder geradeaus vom Sessellift das extrem steile Schneefeld hinauf zum Grad, oder etwas rider’s right über den Kamm zum Gipfel des Festkogels. Bei erster Variante geht es durch eine breite und oft schon ausgefahrene Rinne nordseitig bergab ins Ferwalltal. Extremer die zweite Variante vom Festkogel: Hier kann praktisch vom Gipfel weg in eine sehr steile ostseitige Rinne eingefahren werden, die bereits einen Vorgeschmack auf den Big Mountain Spaß bietet der später am Granatenkogel wartet. Wir entschieden uns für die zweite Variante, und nach 400 rassigen Höhenmetern wurde knapp oberhalb der Zollhütte angefellt.
In schnellen Schritten ging es dem Talboden entlang, das Face des Granatenkogels immer im Blick. Lines und schmale Rinnen konnten so bereits für die spätere Abfahrt studiert und eingeprägt werden. Über den Ferwallferner immer steiler ansteigend ging es nun hinauf zu unserer ersten Jausenstation, der markanten Scharte (3080m) im Nordwestgrat des Kogels. Nach einer genüsslichen Stärkung in luftiger Höhe wurden nun die Prior Splitboards montiert und es begann die Kraxelei dem ausgesetzten Grat folgend Richtung Gipfel. Oft können hier auch Steigeisen und Pickel von Vorteil sein.
Das Schöne an der Gratkletterei ist dass man einen sehr guten Blick auf die zu befahrene Nordwestflanke hat, und sich so einen perfekten Einstieg zur Line suchen kann. Nachdem wir ca. ¾ des Grates zurückgelegt hatten und feststellten, dass die Einfahrt vom Gipfel abgeblasen und felsig ist, entschieden wir uns das Face direkt vom Grat aus zu befahren. Nach einem letzten Rundblick über die wunderbare Gletscherwelt des Ötztals (unter anderem die steilen Gletscherbrüche der Liebenerspitze) rauschten wir in quasi Falllinie das Face hinunter, was den Adrenalinspiegel in neue Höhen trieb.
Unten an der Zollhütte angekommen wurde die erfolgreiche Bezwingung des Kogels mit Sonnenbaden und einer kleinen Jibsession vom Dach der Hütte gefeiert. Alles in allem ein rundum gelungener Ausflug ins Ötztal!

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