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Tourentipp für Splitboarder: Hanauer Hütte

Ausgangspunkt: Boden bei Elmen (Außerfern)
Dauer: 2,0 h
Aufstieg:  630 Hm
Schwierigkeit: mittel
Ausrichtung: N

Ein freies März-Wochenende nahte und die angezeigten Schneehöhen der Messstationen in Tirol lenkten unseren Blick Richtung Außerfern. Da die steigenden Temperaturen ab Mittag schon recht prekäre Lawinensituationen erwarten ließen, war für uns klar, dass eine Anreise von Innsbruck aus sehr früh beginnen werden müsste. Wer steht schon gerne am Wochenende früher auf, als unter der Woche zum Arbeiten? Um uns somit die morgentliche Anreise zu ersparen, beschlossen wir Freitag Abend los zu ziehen und in den Bergen auf einer Hütte zu nächtigen. Ein Erwachen in den Bergen ist definitiv besser! Unsere Wahl fiel somit auf die Hanauer Hütte, denn dort wurde ein Winterraum versprochen. Dick bepackt mit Proviant für Abendessen, Frühstück und Jause sprangen wir ins Auto und machten uns auf den Weg zu unserem Ausgangsort „Boden“ auf einer Höhe von 1356. Schnell die Prior Boards aufgefellt, Stirnlampe an und los gings. Es hatte mittlerweile schon stark angefangen zu schneien und der Schnee war aufgrund der Temperaturen knapp an der 0-Grad Grenze sehr pappig. Nach beinahe 2 Stunden erreichten wir die Hanauer Hütte auf 1922. Obwohl es nur knapp 600 Höhenmeter waren, machte sich die Distanz ins Tal an der „Aufstiegs“-Zeit bemerkbar. Aufgrund des Schneefalls wars schon sehr schwer die Spuren unserer Vorgänger nicht zu verlieren. Die Dunkelheit war hierbei keine große Hilfe…

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Oben angekommen waren wir erstmals positiv überrascht von dem Luxus, welcher uns erwartete. Das Matratzenlager bat genügend Platz für eine ganze Fussballmannschaft. Der Raum zum Essen und Kochen war getrennt vom Schlafraum, weshalb wir Spätankömmlinge die bereits schlafenden Bergkameraden nicht stören mussten. Wir fühlten uns eher wie in einem Chalet. Früh aufgestanden ging es nach reichhaltigem Frühstück los Richtung Parzinnspitze. Als wir los starteten war alles noch in eine Nebeldecke gehüllt und es ließ sich nur anhand des GPS/Kompasses die richtige Spur Richtung Gipfel ermitteln. Doch Frau Holle meinte es gut mit uns und machte für uns schön Pause und es eröffnete sich ein schöner „Bluebird“.
So war der Aufstieg ein Genuss. Wir beschlossen auf der Ostseite des Gipfels auf zu steigen um dann um den Gipfel stapfend hinten Nordseitig abfahren zu können. Dies kam sowohl dem Aufstieg als auch der Abfahrt zugute. Sicher aufsteigen und im Powder abfahren. Die Sonne war nämlich schon sehr stark.
Nach der Abfahrt des Nordhangs beschlossen wir nochmal schnell auf zu fellen und die Scharte zwischen Schneekarlesspitze und Dremelspitze für eine weiter Abfahrt in Angriff zu nehmen. Oben angekommen übermannte uns der Übermut und wir glaubten noch ein wenig eine Rinne rauf zu stapfen.
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Schon nach den ersten 20 Metern bemerkten wir eine eigenartige dünnere Gleitschicht, welche wir nur in dieser Kammregion bemerkten. 5 Schritte später löste sich der Hang vor uns ab und glitt 30m Richtung Tal. Zum Glück brach dieses unmittelbar vor uns ab und niemand wurde erfasst. Wir brachen sofort ab und begannen die Abfahrt Richtung Hanauer Hütte.
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Dort erwartet uns bereits eine Kollegin mit einem „Alpencocktail“ mit streng geheimen Zutaten 😉 Mit diesem ließen wir den Tourentag genüsslich ausklingen und genossen noch die letzten Sonnenstrahlen.
Anschließend beschlossen wir die Abfahrt zum Parkplatz durchs Tal an zu treten. Ein absolut gelungener Kurztrip mit komfortabler Nächtigung, spitzen Abfahrten und leider auch einem Schreckmoment!

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