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Splitboard Boots – Die kleine Kaufberatung

Burton Tourist Splitboard Boot
Burton Driver X Splitboard Boot

ein Kommentar von Simon Graf

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Wer mit dem Splitboarden beginnt, dem steht eh gerade eine größere Anschaffung ins Haus. Deswegen und wegen der meist gute Passform, sollten die vorhandenen Softboots einfach weiter genommen werden. Der Kauf von neuen Softboots kommt dann automatisch in der nahen Zukunft. Ich verfolge den Softboots Sektor nun schon seit vielen Jahren und spreche jede Saison mit vielen Teilnehmern über das Thema – es ist einfach sehr vielschichtig und hat schon viele unnötige Produkte hervorgerufen.

Daher haben wir auch die letzten 2 Jahre keine Softboots mehr im Programm gehabt, weil es schlicht und ergreifend keinen gab der uns so richtig gefiel. Vor allem die „speziellen“ Splitboards Boots, steigeisenfest – haben uns persönlich nicht zugesagt. Allgemein hab ich das Gefühl, dass mancher Splitboarder eine Softboot-Steifigkeit sucht, die es nur beim Hardboot gibt – warum denn dann Softboot fahren? Auch die ewige Diskussion über Soft- oder Hardboot hat eher philosophischen als alpinistischen Charakter. Es gibt aktuell sogar einen Splitboard Softboot, der ist so hart, das man nicht vernünftig mit ihm aufsteigen kann. Bereits nach 15 Minuten schmerzen die Schienbeine, da gehe ich mit meinem Skitourenboot bequemer.

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Ich persönlich bin die letzten Jahre mit dem Driver-X (Angebot: 284,25 €) gegangen und wirklich Hochalpines mit meinem Skitourenhardboot und einer Hardbootbindung auf meinem Split. Wer also nicht jedes Wochenende einen 4.000er macht, sondern 1-2 pro Saison, der kann mit einem guten Softboot, Vibramsohle und den Körbchen Steigeisen von Grivel alle Gipfel erreichen, die er möchte. Vor allem hat er einen Softboot mit einem Softboot Rideverhalten in der Abfahrt. Wer das nicht möchte, der greift zum Hardboot.

Als mir Burton dann zur letzten Saison den Tourist (VK 379 €) für Tests gab, war ich gespannt. Der Driver-X ist einen Tick härter als der Tourist. Mein persönliches Fazit: Perfetto! Ich ziehe den Boot morgens an – gehe 6h den Berg rauf – fahre ab und das alles mit der gleichen Schnürung vom Morgen. Daher hab ich mich entschieden, den Tourist und Softboots wieder ins Programm von Splitboards.eu zu nehmen. Neben dem Driver-X, einer der besten Splitboard Boots am Markt. Die Größen haben wir schon entsprechend angepasst, wer also sonst eine 42-43 hat, dem passt genau der 42-43. Wir werden unser Bootsortiment die nächsten Jahre weiter ausbauen – da wir aufgrund der aktuellen Entwicklung Bedarf sehen euch auch hier zu beraten. Das Beispiel vom Eingang – der aktuelle Softboot der nicht schmerzfrei bergauf geht – und weitere Fehlentwicklungen haben gezeigt, dass es auch in dem Bereich mehr braucht als eine nette Idee von Theoretikern in der Produktentwicklung – nämlich Praxis am Berg.

 

Ride Hera Boots für Damen

ein Kommentar von Eliane Droemer

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Splitboarden erfordert einen höheren Anspruch an Boots als Snowboarden. Fürs Splitboarden müssen die Füße, Sprunggelenke und Schienbeine maximal gepampert werden – was nicht bedeutet, maximal weich, sonder Passform Passform Passform. Denn Aufstieg und Abfahrt erfordern absolut festen Halt. Wenn sich bei jedem Schritt der Fuß im Schuh bewegt, habt ich auch mit besten Socken in kürzester Zeit Schürfstellen. Der feste Halt darf wiederum nicht zu fest sein, also keinerlei Druckstellen hervorrufen. Und natürlich sollen die Boots warm sein! Aber beim Aufstieg nicht zu warm. Tja, wir sind anspruchsvoll und wollen es bleiben.

Eine griffige Sohle ist sehr sinnvoll zum Hiken und last but not least GANZ GANZ wichtig: Beim Umbau am Berg muss es schnell gehen! und ich will die Handschuhe nicht ausziehen um die Boots einzustellen! Und genau der Anspruch brachte mich auf die Idee, das Boa-System von Ride zu testen. Warum Ride? Das Modell Hera beispielsweise verfügt über 2 Boa-Seilzüge, jeweils einer zum Einstellen des oberen bzw. unteren Teil der Boots. Der monumentale Vorteil von Boa? Am Gipfel zwei Sekunden drehen – fix! Müheloses, exaktes Einstellen der Boots. Und einmal fixiert, lockert sich auch nichts mehr. Quasi Softboots für den Aufstieg, Hardboots für die Abfahrt in einem.

Toller Fersenhalt inklusive: Beim Festdrehen schiebt sich die Ferse in den Boot, das bedeutet: Bei jedem Turn ist die Kraftübertragung so direkt wie möglich. Einziger Wermutstropfen bei der Schale: Die Sohle könnte noch griffiger sein, beispielsweise eine Vibram Sohle. Das wäre das I-Tüpfelchen für Splitboarderinnen.
Ride Hera

Nicht nur auf das Äußere achten

Auch das Innenleben vom Ride Hera ist nicht zu verachten. Der Liner (Innenschuh) ist aus sehr angenehmen, thermoformbarem Material, sprich er passt sich der Fußform an. Auch hier ist das Schnürsystem leicht zu handeln. Zwei verschieden starke EVA-Lagen der Innensohle sorgen jeweils für die richtige Dämpfung und Unterstützung.

Farben: schwarz oder tan (Abbildung), VK 279 €